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Neue Pfarrkirche

Die neue Pfarrkirche

1911/12 wurde die neue Pfarrkirche in der Herrengaß/-straße neben der alten erbaut. Bauherr war Pfarrer Anton Sebastian, leitender Architekt W.Hector aus Saarbrücken.




Ansichtskarte von 1913 mit den beiden Pfarrkirchen

Entscheidendfür den Bau einer neuen Kirche war: die alte Kirche war raummäßig zu klein geworden, der 1828/29 erbaute Turm war für eine Kirchenerweitreung nicht mehr tragfähig. Er war, wie die Pfarrchronik berichtet, war auf einem nur 1,28 m tiefen Fundament, das zudem auf einem Rost aus Holz lag, erbaut. Im Laufe der Jahre faulte das Holz und der Turm senkte sich. Schon 1874 hatte man den Turm verankert und alle Risse und Fugen mit Zement ausgegossen.

Mit dem Bau der Kirche wurde im März 1911 begonnnen, im Juli 1912 war sie fertiggestellt. Die Steine zum Kirchbau waren in dem Steinbruch zwischen Fremersdorf und Mechern gebrochen worden. Nach damaligen Augenzeugenberichten, waren die Steine entlang der Straße nach Rehlingen aufgestellt und wurden hier bearbeitet. Zahlreiche Bauhandwerker aus Fremersdorf: Steinhauer, Maurer und Gipser, waren beim Kirchbau beschäftigt.




Steinhauer aus Fremersdorf bei der Arbeit an der Kommunionbank

Am 13.7.1913 wurde die neue Pfarrkirche, deren Patrone St Mauritius und St.Barbara sind, von Weihbischof Carl Schrod aus Trier eingeweiht. Die Kirche ist im neuromanischen Stil erbaut:

als Landkirche mit einem seitlich angebauten Turm, mit kreuzförmigem Grudriß, mit Gliederung und Ausschmückung der Außenmauern, mit Ausgestaltung der Portale, mit halbkreisförmiger Apsis mit Hochaltar und erhöhtem Chor mit Stuenanlage, mit einem Langhaus, durch Säulen in drei Schiffe geteilt und mit einem Deckengewölbe, mit einer Empore an der Ostseite der Kirche.

Stationsbilder weitere Bilder und Statuen kamen aus der alten Kirche in die neue. Zu den Bildern zählt das Bild. Die Erscheinung des Auferstandenen, das von der Malerin Oktavie de Lasalle de Louisenthal aus Dagstuhl gemalt worden war. Drei Glocken waren für die Kirche angeschafft worden. Im Juni 1917 mußten zwei Glocken abgegeben werden. Die 3. Glocke, die mit dem Uhrwerk verbunden war, blieb als Läuteglocke zurück. Die Glocken wurden am 10.6.1917 mit einem Fuhrwerk nach Saarlouis transportiert. Im Laufe der Jahre erfolgten mehrere Veränderungen im Kirchenraum und an den Altären. Nach dem I.Weltkrieg wurden zwei neue Glocken angeschafft, von denen im II.Weltkrieg wiederum zwei Glocken abgegeben werden mußten. Auch dieses Mal blieb eine Glocke als Läuteglocke zurück.




Die Glocken zum Abtransport bereitgestellt.

Im II.Weltkrieg mußten die Bewohner des Grenzgebietes 2 mal ihre Dörfer und Städte verlassen: im September 1939 und im November 1944. Im September 1939 war Pfarrer Puhl mit einem großen Teil seiner Pfarrkinder nach Nordhausen am Harz gekommen. Im Dom, der einzigen katholischen Kirche der Stadt, las er sonntags die hl.Messe. Der andere Teil der Bevölkerung war in Hessen, Thüringen, Sachsen u.a.Gebieten evakuiert. Dies waren fast ausschließlich Diasporagebiete. Nur in den Städten und in größeren Orten gab es katholische Kirchen. Der Weg dorthin war oft kilometerweit. Hl.Messen wurden für sie in Sälen oder in den von den evangelischen Glaubensbrüdern zur Verfügung gestellten Gotteshäusern gehalten Im August/September konnten die Saarländer wieder in ihre Heimat zurückkehren. das Gebiet war von Kriegshandlungen verschont geblieben. Anders sah es dagegen im November 1944 aus. Die Alliierten waren der deutschen Westgrenze immer näher gekommen. Am 19. November verlief die Frontlinie im Raume Busendorf-Fürweiler-Oberesch. Am 18. November wurde Fremersdorf geräumt, jedoch dieses Mal ohne Planung und Anweisungen. Ein Teil der Dorfbewohner suchte im linksrheinischen Gebiet zu bleiben, andere fuhren mit Transportzügen nach Süd- und Mitteldeutschland. Andere Fremersdorfer weigerten sich, das Dorf zu verlassen.Sie suchten Zuflucht in Gipsstollen und in Kellern. Ein Teil dieser suchte dann dort eine Bleibe östlich der Saar und des Rheins. Am 30. November wurde Fremersdorf von amerikanischen Einheiten eingenommen. Das Saartal bei Fremersdorf war Frontgebiet geworden. Die amerikanischen Panzer beschossen den Westwall, deutsche Granaten trafen das Dorf. Die noch im Dorf verbliebenen Bewohner wurden von den Amerikanern nach Niedaltdorf evakuiert. Ab März konnten allmählich die Bewohner wieder in ein teilweise zerstörtes Dorf zurückkehren: durch Beschuß beschädigte und ausgebrannte Häuser, Granatlöcher auf den Straßen. Auch die Kirche war stark beschädigt worden. Anfangs 1950 wurde mit den Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten begonnen. Im Dezember 1955 wurden 5 neue Glocken geweiht.