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Neue Pfarrkirche

Aus der Geschichte der Pfarrei St. Mauritius Fremersdorf

(Frau E. Stors)

Fremersdorf zählte zu den "ecclesiae parochiales", Pfarrkirchen, im Saar- -Niedraum, die im 1O.Jahrhundert alljährlich zur Wallfahrt nach Mettlach gebannt waren.




Ausschnitt aus der Wallfahrtsliste des Erzbischofs Theoderic

Bis zum 7.Jahrhundert war die Bischofsstadt Trier Mittelpunkt des religiösen Lebens der umliegenden Gegenden. Dorfseelsorer und der Blut- und Geldadel waren nach Konziliarbeschlüssen der westfränkischen Diözesen verpflichtet, an kirchlichen Hochfesten in der Bischofsstadt mit dem Bischof zusammen die Festmesse zu feiern. Im Jahre 511 wurde diese Verpflichtung durch das das Konzil von Orleans auf alle gesunden Christen ausgedehnt. Nach der Gründung der Abtei Mettlach um 690 wurde die Pflichtprozession nach Mettlach umgeleitet. Die Abtei Mettlach besaß seit den Tagen des Trierer Erzbischofes Ruotbert - 931-956 - das feierliche Privileg der Pflichtprozession. Der Erlaß des Erzbischofes Ruotbert wurde durch den Erzbischof Adalbero - 1131-1152 - bestätigtund 1222 von Erzbischof Theoderich bekräftigt. Auf der von ihm erstellten Wallfahrtsliste waren 76 Pfarrkirchen aufgeführt, darunter auch Frimmerstorf.

Die Abtei Mettlach wurde um 690 von Luitwinus,dem Herzog des Moseldukates auf seinen Besitzungen an der Saar gegründet. Luitwinus stammte aus einer fränkischen Adelsfamilie, der Luitwin-Widonen Sippe, die im Saar- und Nahe-Raum zu reichen Besitztümern gelangt war. Die merowingischen und karolingischen Könige belohnten ihre Getreuen und Gefolgsleute mit Gütern und Ländereien. Nach der Lebensbeschreibung des hl.Luitwinus -im Werksarchiv Villeroy und Boch, Merzig - schenkte Luitwinus seiner Gründung "denen, die dort Gott dienen sollten," einen reichen Grundbesitz: 1000 Mansen = 64 000 Morgen Land. Ein Teil dieses Besitzes lag links der Saar und reichte von der Saarschleife bis zur Nied. Die Gründung umfaßte: das Dionysius-Oratorium/Bethaus und das Kloster mit einem Doppel-Oratorium. Das Dionysius Oratorium erhielt Reliqien des hl.Dionysius und wurde von dem Trierer Bischof Basinus, einem Onkel des Gründers, an einem Dionysiusfeste, am 9.Oktober, geweiht. Nach der Lebensbeschreibung führte die Prozession zu dieser Kirche, "weil sie zuerst und nicht nur zum Segen jenes Ortes, sondern auch der ganzen weit umliegenden Gegend erbaut wurde".

Die Pilger kamen einzeln oder in Gruppen. Die Lebensbeschreibung berichtet, daß sie Wachskerzen und andere Opfergaben brachten. Nach Beendigung ihres Gebetes und Anhören der Festmesse erhielten sie vom Küster des Klosterswein und ein Stück Brot. Dann heißt es, "sagten sie dem hl.Dionysius Dank, wünschten den Bewohnern des Ortes Heil und Glück und und kehrten froh in ihre Heimaat zurück." Als die Pilgerscharen größer wurden, entfiel die Speisung durch den Küster. Bäcker und Metzger boten den Pilgern ihre Erzeugnisse an. So entstanden Märkte, auf denen dann auch Handwerker ihre Erzeugnisse anboten. Als Luitwinus, der Bischof von Trier geworden war, nach seinem Tode seine letzte Ruhestätte im Kloster Mettlach fand, führte die Prozession alljährlich nach Mettlach.

Um die Mitte des 8.Jahrhunderts waren die Pfarreien im hiesigen Gebiete eingerichtet. Sie unterstanden der Abtei Mettlach und gehörten zur trierischen Kirche, die 4 Archidiakonate umfaßte. Fremersdorf gehörte zum Landkapitel Perl im Archidiakonat Perl. 1132 besaß der Bischof von Trier das Zehntrecht in Fremersdorf. Erzbischof Albero von Trier schenkte dem neugegründeten Kloster in Merzig u.a. die Kirche von Fremersdorf nebst einem Drittel des Zehnten. 1153 schenkte der bischöfliche Ministeriale Rudolf von Merzig, Schutzvogt in hiesigem Raum, dem Merziger Kloster Ländereien in Fremersdorf. Erzbischof Hillin von Trier bestätigte die Schenkung und vermehrte sie um die 2/3 des Zehnten.

Seit Karl dem Großen war der Kirche eine "Steuer", der Kirchenzehnte, zugewiesen. Dieser war ursprünglich nur für die Kirche bestimmt zur Unterhaltung der Kirchen, der Kirchendiener und der Armen. Er wurde vom Bischof verwaltet. Später wurde der Kirchenzehnte den Taufkirchen zugewiesen. Der Zehnte wurde in Naturalien gezahlt: der große Zehnte in: Getreide, Wein, der kleine Zehnte: Heu und seit dem Fohlen, Kälber, Lämmer, 18.Jahrh. Kartoffeln, Wachs, Fische, Garten- und Feldfrüchte.

Statt Naturalzahlungen wurden später Geldzahlungen geleistet. Nach dem Rechnungsbuch der Pfarrei St.Mauritii wurde am 7.März 1748 von den Zehntherren und der Gemeinde die Geldzahlung beschlossen.

Mit der Errichtung von Kirchen auf ihrem Grund und Boden gelangten die Herren in den Besitz der zugehörenden Rechte:

Patronats- und Zehntrecht. Ihnen stand damit das Recht zu: einen Priester für die Stelle an ihrer Kirche vorzuschlagen, Anteil am Kirchenvermögen und am Zehnten zu haben. Der Zehnte ïar nun geteilt: 1/3 der Pfarrherr, 2/3 der Herr. In Fremersdorf gehörte so dem Pfarrer 1/3 und dem Zehntherr 2/3.

Aus dem Zehntrecht ergab sich die Verpflichtung,beim Bau und bei der Unterhaltung der Kirche die Kosten zu teilen: der Pfarrer das Chor, die Zehntherren das Schiff, die Gemeinde den Turm. In Fremersdorf waren die Rechte der Kirche schon früh verloren ge? gangen.Die jeweiligen Inhaber der Herrschaft Fremersdorf besa= Ben Patronats- und Zehntrecht: pis zum 14.Jahrh.die erceu von Fremersdorf, vom 15. -17.Jahrh.die Herren von Esch als Lehnsinhaber, vom 17.Jahrhundert bis 1789 die Herren der Herrschaft Fremersdorf: von Braubach, von Hausen, de Chonville, von der Hardt / de Choiseul, von Oberhausen, de Galhau.

Neben der Zahlung des Zehnten waren die Pfarrangehörigen zu Diensten/Fronden verpflichtet,Gespann- und Handfronden für die ganze Kirche und das Pfarrhaus. Die Pfarrangehörigen waren gehalten die Acker des Pfarrwiddums/ Kirchenland zu bebauen,d.h. jährlich waren 3 Tage Frondienst im Lenz/Brachmond und bei der Ernte zu leisten. Das Jus Patronatus, die Kirchenvogtei, stand in Fremersdorf dem Hochgerichtsherrn zu. Danach war er gehalten: aufzupassen, daß der Kirchendienst recht und ordentlich geschehe, die Kirchenrente gehandhabt und eine jährliche Rechnung aufgestellt wurde, ein- jährliche Synod's stattfand, damit die Untertanen in bester Disziplin und Gelehrsamkeit verblieben.